Die Klosterrunde: Ostrog, Morača und Cetinje

Eine Fahrtschleife durch Montenegros bedeutendste orthodoxe Klöster.

Heilige Straßen durch die Berge

Montenegros orthodoxe Klöster gehören zu den außergewöhnlichsten Bauwerken Europas. In Felswände gehauen, neben reißenden Flüssen erbaut und in Bergwäldern versteckt, haben sie Erdbeben, Kriege und Jahrhunderte politischen Wandels überstanden. Drei Klöster bilden eine natürliche Fahrtschleife, die sich an einem einzigen Tag bewältigen lässt.

Die Runde umfasst etwa 250 Kilometer und dauert mit Besichtigungen, Mittagessen und Fotostopps einen ganzen Tag. Sie können von der Küste oder von Podgorica aus starten. Alle Straßen sind asphaltiert und in jedem Auto befahrbar, obwohl die Zufahrt nach Ostrog auf ihren engen Serpentinen Nervenstärke erfordert.

Kloster Ostrog

Ostrog ist die meistbesuchte Pilgerstätte des Balkans und empfängt jährlich Hunderttausende von Besuchern. Das obere Kloster ist buchstäblich in eine senkrechte Felswand auf 900 Metern über dem Zeta-Tal gebaut. Zwei kleine Kirchen sind in den Fels eingelassen und durch eine schmale, aus dem Fels gehauene Treppe verbunden.

Das Kloster wurde im 17. Jahrhundert vom Heiligen Basilius von Ostrog gegründet, dessen Überreste in der oberen Kirche aufbewahrt werden. Pilger aller Glaubensrichtungen kommen, und viele übernachten auf dem Klostergelände. Die Atmosphäre ist einzigartig in Montenegro.

Die Zufahrtsstraße von der Hauptstraße steigt 7 Kilometer steile Serpentinen hinauf. Die Straße ist asphaltiert, aber schmal mit wenigen Ausweichstellen. Fahren Sie früh am Morgen (vor 9 Uhr), um dem ärgsten Verkehr zu entgehen. Es gibt einen großen Parkplatz am unteren Kloster und einen kleineren in der Nähe des oberen Klosters, aber der obere Parkplatz ist schnell voll.

Kloster Morača

Am Ufer der Morača-Flussschlucht gelegen, beherbergt dieses Kloster aus dem 13. Jahrhundert einige der schönsten mittelalterlichen Fresken des Balkans. Die Gemälde in der Hauptkirche stammen aus dem Jahr 1252 und zeigen Szenen aus dem Leben des Propheten Elias in leuchtenden Farben, die in 800 Jahren kaum verblasst sind.

Das Kloster liegt direkt an der Hauptstraße zwischen Podgorica und Kolašin und ist daher ein einfacher Stopp auf jeder Nord-Süd-Fahrt. Es gibt ausreichend Parkplätze, einen kleinen Souvenirladen und eine Quelle mit trinkbarem Bergwasser. Die umgebende Schlucht ist spektakulär, mit dem smaragdgrünen Fluss zwischen senkrechten Felswänden.

Kloster Morača an der Flussschlucht

Kloster Cetinje

In der ehemaligen Königshauptstadt Montenegros ist das Kloster Cetinje seit dem 15. Jahrhundert der Sitz der montenegrinischen orthodoxen Kirche. Die Schatzkammer des Klosters beherbergt mehrere bedeutende Reliquien, darunter die angebliche rechte Hand Johannes des Täufers und ein Fragment des Wahren Kreuzes.

Cetinje selbst ist einen Halt wert. Die ehemaligen Botschaften der europäischen Großmächte säumen die Hauptstraße — Erinnerungen an die Zeit, als diese kleine Bergstadt die Hauptstadt eines unabhängigen Königreichs war. Die Fahrt von der Küste dauert etwa 30 Minuten über die Tunnelstraße oder eine Stunde über die Kotor-Serpentine für eine weitaus landschaftlich reizvollere Anfahrt durch Kotor.

Empfohlene Route

Diese Schleife beginnt und endet an der Küste. Planen Sie einen ganzen Tag mit frühem Start ein.

  • Start von Podgorica oder der Küste. Fahren Sie zuerst nach Ostrog (Ankunft bis 8:30 Uhr, um den Massen zuvorzukommen).
  • Von Ostrog fahren Sie nach Norden zum Kloster Morača (etwa 1,5 Stunden über die Podgorica-Umgehung).
  • Von Morača fahren Sie nach Süden durch Podgorica nach Cetinje (etwa 2 Stunden mit Mittagspause).
  • Rückfahrt zur Küste über die Straße Cetinje–Budva (30 Minuten) oder die Kotor-Serpentine (1 Stunde).

Besuchsetikette

  • Kleiderordnung: Bedecken Sie Schultern und Knie. Frauen sollten für Ostrog ein Kopftuch mitbringen. Tücher sind manchmal am Eingang erhältlich.
  • Fotografieren: Fotografieren ist auf dem Klostergelände erlaubt, aber in den Kirchen in der Regel verboten. Verwenden Sie niemals Blitzlicht in der Nähe von Fresken.
  • Ruhe: Sprechen Sie leise in den Kirchen. Dies sind aktive Gebetsstätten, keine Museen.
  • Öffnungszeiten: Klöster sind täglich geöffnet, in der Regel von 6 bis 19 Uhr. Ostrog ist an Wochenenden und religiösen Feiertagen am stärksten besucht.

Die Runde im Überblick

Gesamtstrecke~250 km Rundfahrt
Gesamtdauer8–10 Stunden mit allen Stopps
EintrittspreiseKostenlos (Spenden willkommen)
Bester TagWerktag — weniger Pilger in Ostrog