Bergpässe in Montenegro: Routen und Bedingungen

Was Sie auf Montenegros spektakulärsten Höhenstraßen erwartet.

Fahren über den Wolken

Montenegros Bergpässe gehören zu den spektakulärsten und herausforderndsten Straßen des Balkans. In einem Land, in dem die Küste auf Meereshöhe liegt und Gipfel nur 50 Kilometer landeinwärts über 2.500 Meter aufragen, steigen die Pässe steil an, winden sich eng und belohnen Sie mit Ausblicken, die jede nervenaufreibende Kurve rechtfertigen.

Die meisten Pässe sind von Mai bis Oktober geöffnet, abhängig vom Schneefall. Die Hauptrouten sind asphaltiert, aber schmal, mit wenigen Leitplanken und ohne Spielraum für Fehler in den engsten Kurven. Ein sicherer Fahrer und ein gut gewartetes Auto sind unerlässlich.

Sedlo-Pass (1.907 m)

Die höchste asphaltierte Straße Montenegros. Der Sedlo-Pass verbindet Žabljak mit Plužine über eine Route, die über die Baumgrenze in kahles alpines Gelände ansteigt. Der Pass selbst ist eine windgepeitschte Hochebene mit Panoramablick in alle Richtungen. Bei klarem Wetter sieht man Gebirgszüge in drei Ländern.

Die Straße ist schmal und hat auf den meisten Abschnitten keine Leitplanken. Gegenverkehr quetscht sich in den Kurven aneinander vorbei, und gelegentlich kommen Holztransporter entgegen. Die Oberfläche ist rauer Asphalt mit einigen Schlaglöchern nahe dem Gipfel. Planen Sie 90 Minuten für die 50 Kilometer ein. Nicht empfohlen nach starkem Regen oder bei Nebel.

Kotor-Serpentine (P1-Straße)

Die berühmteste Bergstraße Montenegros. Fünfundzwanzig nummerierte Haarnadelkurven steigen von Kotor auf Meereshöhe zum Krstac-Pass auf 940 Metern an, wobei die Aussicht auf die Bucht von Kotor mit jeder Kurve dramatischer wird. Dies war die alte Straße nach Cetinje, der ehemaligen Königshauptstadt, bevor die Hauptstraße über Budva gebaut wurde.

Trotz ihres Rufs ist die Straße gut asphaltiert und in jedem Auto machbar. Die Kurven sind breit genug, damit zwei Fahrzeuge aneinander vorbeifahren können, obwohl Busse und Wohnmobile es enger erscheinen lassen. Starten Sie früh, um der Mittagshitze und dem Verkehr auszuweichen. Das Restaurant an der Spitze der Serpentine serviert ausgezeichnetes montenegrinisches Essen mit einer Terrasse mit Blick über die gesamte Bucht.

Haarnadelkurven auf der Kotor-Serpentine

Trsa-Pass (Žabljak nach Pljevlja)

Ein weniger bekannter Pass auf der Straße von Žabljak nach Norden nach Pljevlja. Die Straße überquert Hochwiesen mit verstreuten Heuschobern und fällt auf der Nordseite in dichten Fichtenwald ab. Der Verkehr ist minimal, und man kann 30 Minuten fahren, ohne ein anderes Fahrzeug zu sehen.

Die Oberfläche ist guter Asphalt mit einigen durch Frost verursachten Schäden im Frühling. Der Pass liegt auf etwa 1.600 Metern und kann von Ende November bis Anfang April durch Schnee gesperrt sein. Mehr über die Routen rund um Žabljak finden Sie in unserem Guide zum Fahrt zur Tara-Schlucht.

Krstac-Pass (940 m)

Die Spitze der Kotor-Serpentine: Hier trifft die alte Straße auf die Hauptroute von Budva nach Cetinje. Von hier aus können Sie weiter zum Nationalpark Lovćen und dem Njegoš-Mausoleum fahren oder über eine sanftere Straße durch den Lovćen-Wald nach Cetinje absteigen.

Am Pass gibt es einen kleinen Parkplatz, ein Denkmal und Ausblicke in beide Richtungen. An klaren Tagen sieht man die Adriainseln im Westen und den Skadar-See im Osten. Die Temperatur ist spürbar kühler als auf Meereshöhe — im Sommer oft 10 Grad niedriger.

Bioštica-Talstraße

Kein Pass im eigentlichen Sinne, aber die Straße durch das Bioštica-Tal zwischen Mojkovac und Bijelo Polje gehört zu den schönsten Fahrten des Landes. Die Straße folgt einem klaren Bergfluss durch ein schmales Tal, mit Felswänden auf beiden Seiten und kleinen Wasserfällen, die vom Auto aus sichtbar sind.

Die Straße ist asphaltiert, aber schmal, mit gelegentlichem Steinschlag. Der Verkehr ist gering. Planen Sie etwa eine Stunde für den 45 Kilometer langen Abschnitt ein. Es gibt keine Versorgungseinrichtungen entlang der Strecke, also tanken Sie vorher und nachher.

Sicherheit beim Bergfahren

  • Reifen: Überprüfen Sie Reifendruck und Profiltiefe, bevor Sie in die Berge aufbrechen. Winterreifen sind von November bis April Pflicht.
  • Schaltung: Schalten Sie an steilen Gefällen in einen niedrigeren Gang, statt die Bremsen zu strapazieren. Überhitzte Bremsen sind das größte Risiko auf Passstraßen.
  • Hupe: Hupen Sie kurz vor unübersichtlichen Kurven auf schmalen Bergstraßen. Einheimische tun dies routinemäßig.
  • Tanken: Bergfahrten verbrauchen mehr Kraftstoff als Flachlandstrecken. Tanken Sie in der letzten Stadt vor dem Anstieg.
  • Tageslicht: Bergstraßen sind unbeleuchtet. Planen Sie, vor Einbruch der Dunkelheit von den Pässen herunter zu sein, besonders auf unbekannten Strecken.

Pässe im Überblick

Höchster PassSedlo, 1.907 Meter
ÖffnungszeitMai bis Oktober (wetterabhängig)
Empfohlenes FahrzeugJedes gut gewartete Auto; SUV bevorzugt für den Sedlo
SchwierigkeitsgradMittel bis anspruchsvoll